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Stadtradeln: Gemeinsam Kilometer sammeln, CO₂ sparen – und wirklich etwas bewegen

Drei Wochen lang so viel radeln wie möglich – und damit nicht nur eigene Kilometer sammeln, sondern gleichzeitig CO₂ einsparen, Kommunalpolitik beeinflussen und Teil einer der größten Fahrrad-Kampagnen Deutschlands sein. Das ist die Idee hinter Stadtradeln. Ob du Gelegenheitsradler oder Alltagspendler bist, ob du auf einem Citybike oder einem E-Bike unterwegs bist – Stadtradeln macht jeden Kilometer zählbar.

Von Vincent Augustin 5 minutes de lecture

Stadtradeln
À propos de l'auteur Vincent Augustin

Vincent ist Mitgründer von MYVELO und erfahrener Radsportler. Durch seine aktive Zeit im leistungsorientierten Rennradsport - inklusive Starts in der Rennrad-Bundesliga - bringt er fundierte Praxiserfahrung in die Entwicklung und Bewertung von Fahrrädern und E-Bikes ein. Vincent legt besonderen Fokus auf Qualität, Sicherheit und Langlebigkeit von Komponenten sowie auf die Frage, was ein Fahrrad im echten Einsatz leisten muss. Seine Artikel verbinden persönliche Erfahrung, technisches Verständnis und den Anspruch, verlässliche Orientierung für Kaufentscheidungen zu bieten. Jetzt mehr zu MYVELO erfahren

Publié: 21. mai 2026  |  Mis à jour: 21. mai 2026

Was ist Stadtradeln?

Stadtradeln ist ein internationaler Wettbewerb für Kommunen, Betriebe, Schulen und Vereine – koordiniert vom Klima-Bündnis, einem europäischen Netzwerk von Städten und Gemeinden. Das Konzept ist einfach: Teams aus mindestens zwei Personen radeln 21 Tage lang so viele Kilometer wie möglich. Jede Gemeinde legt ihren eigenen Aktionszeitraum fest – meist zwischen Mai und September.

Das Besondere: Du musst keine Leistungssportlerin oder Leistungssportler sein. Es geht ausdrücklich um Alltagskilometer – Fahrten zur Arbeit, zum Supermarkt, zur Schule, zu Freunden. Jeder Weg zählt, den du sonst mit dem Auto gemacht hättest.


Zahlen, die für sich sprechen

Stadtradeln ist keine kleine Initiative. Die Kampagne hat sich in den letzten Jahren zu einem der bedeutendsten Radverkehrsprojekte im deutschsprachigen Raum entwickelt:

Jahr Teilnehmende Kommunen (D) Aktive Radelnde Gesammelte Kilometer
2018 614 300.000 48 Mio. km
2021 1.841 730.000 142 Mio. km
2023 2.800+ über 1 Mio. 244 Mio. km
2024 über 3.000 über 1,3 Mio. 285 Mio. km

244 Millionen Kilometer – das entspricht in etwa der dreifachen Entfernung zwischen Erde und Sonne. Seit 2008 wurden allein in Deutschland über eine Milliarde Kilometer geradelt.


Wie funktioniert Stadtradeln konkret?

Schritt 1: Deine Kommune finden

Auf der offiziellen Website stadtradeln.de kannst du suchen, ob deine Stadt oder Gemeinde mitmacht – und wenn ja, wann ihr Aktionszeitraum ist. Immer mehr Kommunen nehmen teil, darunter Großstädte wie München, Hamburg und Köln ebenso wie kleine Landgemeinden.

Schritt 2: Team beitreten oder gründen

Du kannst einem bestehenden Team beitreten – dem Team deines Arbeitgebers, deines Vereins, deiner Schule – oder selbst eines gründen. Ein Team braucht mindestens zwei Personen. Auch Einzelpersonen können über ein offenes „Jedermann-Team" mitmachen.

Schritt 3: Kilometer eintragen

Während des 21-tägigen Aktionszeitraums trägst du deine Fahrradkilometer täglich ein – entweder manuell auf stadtradeln.de oder über die Stadtradeln-App, die deine Fahrten automatisch aufzeichnet und auswertet. Die App erkennt dabei, ob du wirklich Rad fährst und nicht etwa im Auto sitzt.

Schritt 4: Ergebnisse und Wirkung sehen

Am Ende des Aktionszeitraums werden die Kilometer ausgewertet. Deine Kommune erhält ein detailliertes Bild davon, wann und wo ihre Bürgerinnen und Bürger radeln – wertvolle Daten für die lokale Verkehrsplanung.


Was deine Kilometer bewirken

Jeder Kilometer, den du mit dem Fahrrad fährst statt mit dem Auto, vermeidet CO₂-Emissionen. Stadtradeln rechnet mit einem Durchschnittswert von ca. 130 g CO₂ pro Kilometer (basierend auf dem deutschen Pkw-Durchschnitt).

Ein Beispiel: Wenn du drei Wochen lang täglich 5 km zur Arbeit und zurück radeln statt Auto fährst – also 210 km – vermeidest du damit rund 27 kg CO₂. Das klingt nach wenig, aber: 1,3 Millionen Menschen, die das alle tun, ergibt 35 Millionen Tonnen gesparte Emissionen – allein in drei Wochen.

Merke: Beim Stadtradeln geht es nicht nur darum, wer am meisten fährt. Die gesammelten Strecken werden der kommunalen Politik als Argument für bessere Radinfrastruktur vorgelegt. Wer radelt, stimmt gleichzeitig für Radwege ab.


Der politische Hebel: Warum Stadtradeln mehr ist als Sport

Eine der wichtigsten Funktionen von Stadtradeln ist oft unsichtbar: die Kommunikation mit der Lokalpolitik. Gemeinden, die an Stadtradeln teilnehmen, verpflichten sich, die Ergebnisse in ihre Verkehrsplanung einzubeziehen. Die gesammelten GPS-Daten zeigen, welche Strecken häufig genutzt werden – und wo es gefährlich oder beschwerlich ist.

Zusätzlich nehmen viele Kommunen die Kampagne zum Anlass, lokale Radpolitik öffentlich zu diskutieren. In vielen Städten gibt es begleitende Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen und öffentliche Fahrten mit Gemeinderatsmitgliedern. Die Botschaft dahinter: Radfahren ist kein Nischenprojekt – es ist Mehrheitswille.

Studien zeigen, dass Kommunen, die mehrfach an Stadtradeln teilgenommen haben, messbar häufiger in Radinfrastruktur investiert haben als solche, die nicht mitmachen.


Mit dem E-Bike mehr Kilometer – und mehr Wirkung

Das E-Bike ist beim Stadtradeln ausdrücklich erlaubt – und es zählt genauso wie jeder andere Kilometer. Tatsächlich zeigen Auswertungen, dass E-Bike-Fahrerinnen und -Fahrer im Schnitt längere Strecken zurücklegen als Radfahrende ohne Unterstützung.

Das ergibt Sinn: Die Tretunterstützung macht auch Strecken möglich, die ohne Motor zu anstrengend wären – etwa die längere Route über den Berg, oder die Fahrt zum Supermarkt mit schwerem Einkauf. Gerade für Berufspendler ist das E-Bike deshalb ein echtes Stadtradeln-Ass: Wer täglich 15 oder 20 km pendelt statt 5, sammelt in 21 Tagen über 600 Kilometer.


Tipps: So holst du das Maximum aus deinem Stadtradeln heraus

Plane Alternativrouten ein. Viele Wege lassen sich mit einem kleinen Umweg verlängern – ein Abstecher durch den Park, die Route über den Marktplatz. Du kommst trotzdem ans Ziel, aber mit mehr Kilometern auf dem Tacho.

Kombiniere Wege. Erledige Besorgungen per Rad, die du sonst ins Auto verlegen würdest: Bäcker, Apotheke, Freunde besuchen. Jeder davon zählt.

Motiviere dein Umfeld. Ein aktives Team bringt mehr als du alleine. Freunde, Familie, Kolleginnen und Kollegen – wer mitmacht, steigert den Spaß und die Kilometer.

Nutze die App. Die Stadtradeln-App erleichtert das Eintragen erheblich. Sie zeichnet automatisch auf und du musst dich nicht täglich einloggen.

Lies die Streckenkarte. Viele Kommunen veröffentlichen eine Karte, auf der besonders häufig genutzte oder gemeldete Problemstellen sichtbar sind. Das zeigt, wo politischer Handlungsbedarf besteht.


Stadtradeln und Betriebe: Mitarbeiter-Teams lohnen sich

Immer mehr Unternehmen gründen eigene Stadtradeln-Teams – nicht nur aus Umweltgründen, sondern weil die Kampagne auch ein starkes Instrument für Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist. Regelmäßiges Radfahren reduziert Krankentage, steigert die Konzentration und verbessert das Betriebsklima.

Arbeitgebende, die ihre Mitarbeitenden aktiv zum Mitmachen einladen, können die Ergebnisse auch für ihre Nachhaltigkeitsberichte nutzen. Und: Wer seinen Angestellten Fahrräder oder E-Bikes zur Verfügung stellt – zum Beispiel über ein Dienstrad-Leasing-Modell – erhöht die Beteiligung spürbar.


Häufige Fragen rund um Stadtradeln

Zählen auch Freizeittouren, nicht nur Alltagswege?
Ja. Alle Fahrradkilometer zählen, egal ob Einkaufsfahrt, Arbeitsweg oder Sonntagstour. Wichtig ist nur, dass du sie während des offiziellen Aktionszeitraums deiner Kommune fährst.

Was, wenn meine Gemeinde noch nicht mitmacht?
Du kannst deine Gemeinde aktiv zur Teilnahme auffordern – über Gemeinderatsmitglieder, lokale Vereine oder einfach über die offizielle Stadtradeln-Website, die eine Kontaktfunktion für Kommunen bietet.

Kann ich in einer anderen Stadt mitmachen als der, in der ich wohne?
Ja. Du kannst dich der Stadt anschließen, in der du arbeitest, zur Schule gehst oder einer anderen, an der du teilnehmen möchtest.

Sind die GPS-Daten der App datenschutzkonform?
Die Stadtradeln-App erfasst Standortdaten nur während aktiver Aufzeichnung und speichert sie auf Servern in Deutschland. Die Datenschutzerklärung des Klima-Bündnisses ist DSGVO-konform.


Fazit

Stadtradeln ist eine der wenigen Kampagnen, bei denen du gleichzeitig Sport treibst, CO₂ sparst, politisch mitgestaltest und mit anderen Menschen in Kontakt kommst. Der Aufwand ist minimal – du brauchst nur dein Fahrrad und ein bisschen Motivation. Die Wirkung kann jedoch weit über die 21 Tage hinausgehen: Bessere Radwege entstehen dort, wo viele Kilometer gesammelt werden und Städte den Mut fassen, Verkehrsraum neu zu verteilen.

Also: Schau nach, ob deine Kommune mitmacht, such dir ein Team - und fahr los.

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Quellen & Referenzen

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